Durch die Decke denken! – Design Thinking

03.03.2014

Design Thinking ist in  vielen Bereichen unserer Wirtschaft, in der Organisationsentwicklung und auch immer mehr im Bereich Nachhaltigkeit und der „Change-Maker-Szene“ angekommen, etabliert und als praktisches Tool von großem Nutzen.

Aber was ist eigentlich das Besondere an Design Thinking, was macht den Ansatz aus und kann er eine Hilfe bei der Entwicklung und Gestaltung von Produkten und Prozessen sein und kann Design Thinking eigentlich solch eine Unterstützung bei der Lösung von Problemen liefern?

Die Antwort ist Ja!

In unserer heutigen Welt sind wir umgeben von Komplexität in den unterschiedlichsten Ausmaßen. Der Satz von Albert Einstein, dass „kein Problem auf der Eben gelöst werden kann auf der es entstanden ist“ trifft heute mehr denn je zu. Design Thinking ist ein praktisches Werkzeug, dass seinen Anwendern hilft genau diese Komplexität bei der Entwicklung von neuen Ideen und der Lösung von Problemen mit einzubeziehen und nicht vor ihr zu kapitulieren: ganz einfach dadurch dass Menschen unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten und sich auf die Motivation und Bedürfnisse der Menschen einlassen, die das Problem betrifft bzw. die Nutzer, die das Produkt verwenden wollen.

Nicht der kleinste gemeinsame Nenner auf den sich ein Team einigt ist Lösung des Problems, sondern erst wenn die vorhandene Komplexität mit einbezogen wird, entsteht Innovation!

Im Mittelpunkt von Design Thinking steht dabei der Gedanke des Crowdsourcings – das gemeinsame Entwicklung von Ideen und das Teilen von Wissen. Hinzu kommt, dass Design Thinking bewusst mit vielen Konventionen bricht, die wir aus Teamarbeit, Meetings und Projektentwicklung kennen.

Einer der Hauptunterschiede zu anderen Kreativitäts- und Innovationsmethoden ist der klar strukturierte Prozess, der sich in iterativen Schleifen vollzieht. Durch die in den Prozess eingebauten Iterationen (sprich: Wiederholungen) wird linear-kausalen Projektdenken vermieden und ein iteratives Vorgehen steht im Mittelpunkt: Durch Vorantasten werden nach und nach Unklarheiten abgebaut und eine weitaus größere Wirkung erzeugt als durch schlichtes „business as usual“.

So wird bei Design Thinking frühzeitig der Prototyp als fester Bestandteil des Prozess etabliert und steht nicht erst am Ende des Lösungsweges. Die daraus gewonnen Einsichten fließen schnell zurück, werden rekapituliert und systematisch ins das weitere Vorgehen eingebaut. Insgesamt besteht der iterative Prozess des Design Thinkings aus sechs Schritten:

 

Verstehen: Was ist relevant? Was interessiert uns?

Im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, und das Formulieren einer geeigneten Fragestellung, die die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der „richtigen Frage“. Das Arbeitsfeld, das im Mittelpunkt des Design Thinking Prozesses stehen soll, wird definiert und abgegrenzt. Orientierungsfragen wie „Welche gesellschaftlichen Gruppen sind betroffen und müssen mit einbezogen werden? – welche nicht? werden erarbeitet.

Beobachten: Wie erlebt der Nutzer das Problem? Wie reagiert er?

Es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren. Dabei steht das Erlangen von Empathie im Vordergrund: Wer ist der Kunde? Wie handelt der Nutzer und warum handelt er auf diese spezifische Art und Weise? Was ist dem Nutzer wichtig und warum?

 

 

IMG_0765_klein

 

Point-of-View: Wie stellt sich das Problem für den Nutzer dar? Was sind seine Bedürfnisse?

Die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer herunter gebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.

Nutzer + Bedürfnis = Erkenntnis!

Ideenfindung: Das Kernelement von Design Thinking!

Brainstorming, Brainstorming, Brainstorming. Nun ist Kreativität gefragt. Für das vorab definierte Kernproblem werden so viele Lösungsideen wie möglich gesucht – mit dem Fokus auf Visualisierung: Bilder, Zeichnungen, Skizzen. Alles ist erlaubt! Time travel, Reverse Brainstorming, silent Brainstorming, bodystorming, future Storm – wirklich alles ist erlaubt!

titel_klein

 

 

Prototyping: „What I hear, I forget. What I see, I remember. What I do, I understand“ (Laotse)

Was nun folgt ist die Auswahl der passenden Lösungen aus der Fülle an Einfällen, die in Schritt 4 gefunden wurden. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Praxistauglichkeit. Mit Hilfe von Visualisierungen, User Journeys und Spielzeug werden die Ideen entwickelt, erfahrbar und greifbar gemacht, visualisiert und kommuniziert und schlussendlich getestet. Es geht darum „mit den Händen zu denken!“ So zeigen sich neue Erkenntnisse und versteckte Probleme, die sich wiederum durch „reframe“ und „iterate“  – also dem Zurückgehen zu vorherigen Prozessschritten – beheben lassen.

Verfeinerung / Testen: Testen ist noch einmal beobachten!

Die gebauten Prototypen aus Schritt 5 entstanden unter der Hypothese, dass sie funktionieren. Diese Vermutung wird nun kritisch überprüft. Der Prototyp wird dem Nutzer erfahrbar gemacht und seine Interaktionen und Reaktionen eingesammelt. Die gewonnenen Einsichten werden die Idee weiter verbessern und solange verfeinern, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist. Dieser Iterationsschritt kann sich auf alle bisherigen Schritte beziehen.

IMG_0805

 

Wie schon erwähnt bricht Design Thinking zudem bewusst mit vielen Konventionen, die wir aus Teamarbeit, Meetings und Projektentwicklung kennen. So stehen neben dem iterativen Prozess gleichbedeutend auch die Werte der kooperativen Zusammenarbeit und das Setting, sprich die Kultur der Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Wenn du das erleben möchtest oder neugierig auf deine Kunden bist, deine Mitarbeiter oder Kollegen neu motivieren möchtest oder ein bereits entwickeltes Produkt oder eine Idee auf Herz und Nieren testen willst oder einfach einmal Raum für Dialog und Innovation schaffen willst, dann informiere ich dich gerne über meine Angebote.

Informationen zu offenen Design Thinking Workshops findest du hier: http://design-thinking-workshop.org